21. Juni 2016

Frauen lesen anders – Die Formulierung entscheidet ob sich Frauen bewerben?

In diversen Branchen herrscht ein Mangel an Frauen, angefangen bei der IT Branche zieht sich der Frauenmangel durch sämtliche MINT-Berufe. Das ist erstmal nichts Neues. An dem Problem wird bereits seit einiger Zeit gearbeitet, unter anderem durch Kampagnen, die Frauen auf MINT-Studiengänge aufmerksam machen. Doch was passiert nach der Ausbildung oder dem Studium?

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Noch viel zu selten, aber immerhin immer häufiger entwickeln die Unternehmen beispielsweise Mentoring- oder Wiedereinstiegsprogramme um das Arbeiten für Frauen leichter zu gestalten. Flexible Arbeitszeitmodelle, wie zum Beispiel die Übernahme einer Führungsposition in Teilzeit führte schon zum Erfolg, gerade in der technischen Branche sollte das auch eher weniger ein Problem sein. Unternehmen sollten das auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Frauen sind oftmals gut vernetzt und es entsteht ein Schneeballeffekt: Führungsfrauen ziehen weitere Mitarbeiterinnen an.
Doch woran liegt es dann, dass Frauen sich nicht für diese Berufe begeistern können? Oder sind sie begeistert und schrecken nur vor etwas anderem zurück?Eine Studie der TU München zeigte, dass bereits eine winzige Formulierung darüber entscheiden kann, ob eine Frau oder ein Mann eingestellt wird. Warum? Weil Frauen sich erst gar nicht bewerben.

Frauen lesen Stellenanzeigen anders und lassen sich (leider) auch häufiger abschrecken. Stereotype Begriffe wie „zielstrebig“ oder „durchsetzungsstark“ sprechen Frauen wenig an. Wurden die Begriffe durch andere, wie zum Beispiel „engagiert“ oder „verantwortungsvoll“ ersetzt, stiegen plötzlich auch die Bewerberzahlen der Frauen.
Ebenfalls Ergebnis dieser Studie: Bei den Männern gab es diesen Effekt nicht! Für sie ist es völlig egal, welche Begriffe genutzt werden.
Kann es wirklich so einfach sein? Einfach ein paar Begriffe in der Stellenanzeige ändern und schon steigt die weibliche Bewerberzahl? Das allein kann mit Sicherheit keine Lösung sein, doch wir finden: Probieren Sie es aus, schaden kann es nicht. Zumal die Formulierung bei den Männern ja scheinbar eh keinen Effekt hat.


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